Liquida non frangunt ieiunium. Flüssiges bricht das Fasten nicht. – Nach diesem Motto retteten sich die alten Mönche über die magere Fastenzeit. Man sagt, einer der Mönche hatte dennoch einen so großen Hunger, dass einfaches Bier nicht reichte. Daher braute er ein noch nahrhafteres, noch stärkeres Bier, das Fastenbier, um die langwierige Passionszeit zu überstehen. Und was die Mönche im Mittelalter als Nahrungsersatz nutzten, wird auch heute noch gebraut und geliebt.

So gibt es einige Traditionsbrauereien, die das Fastenbier jedes Jahr aufs Neue nachahmen. Dieses Bier wird länger eingebraut als andere Sorten und kennzeichnet sich durch einen höheren Zuckergehalt. Bei der Vergärung wird der gelöste Zucker durch Hefe in Alkohol umgewandelt. Daher sind Alkoholgehalte von bis zu 11 Prozent nicht unüblich.

Das traditionelle Fastenbier in Bamberg

Auch in Bamberg ist das Fastenbier vertreten. In der Kult-Brauerei Schlenkerla findet der Verkauf und Ausschank während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern statt. Das unfiltrierte Rauchbier wird gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Die leichte natürliche Trübung erhält das Fastenbier durch die untergärige Hefe. Das Raucharoma des rötlich hellbraunen Gebräus wird begleitet von einer edlen Hopfennote.

Die Zutaten des besonderen Bieres sind so nahrhaft und voll mit wichtigen Vitaminen und Mineralien, dass es fast schon als kleine Mahlzeit durchgehen könnte. Dank der speziellen Brauart ist es schwer und vollmundig, enthält aber trotzdem nicht übermäßig viele Kalorien. So können Sie auch während der Fastenzeit ohne Reue Bier trinken.

Matthias Dresel

Matthias Dresel

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