Wasser. Kein anderes Element hat den Menschen je mehr fasziniert. Es ist Grundlage des Lebens auf der Erde, formt Täler genauso wie hunderte Meter hohe Gletscher. H2O ist eines der kleinsten Moleküle der Welt – und eines der mächtigsten. Denken wir an Urlaub am Wasser, dann träumen wir uns schnell an einen Sandstrand an der Nord- oder Ostsee oder entspannen uns in unserer Fantasie in einer tropischen Insel. Dabei übersehen wir die Schönheit des Wassers in unserer Nähe: Flüsse formen Orte, prägen Stadtbilder und sogar Häuserfassaden.

In kaum einer anderen Stadt lässt sich die Wirkung des Wassers so gut erleben, wie in Bamberg. Ein Stadtteil verdankt sogar seinen Namen den zwei Flussarmen, die ihn aus dem Rest der Siedlung schneiden – „Inselstadt“. Das Gebiet mit Einkaufsmeile, altem Fachwerk und dem neuen Bamberger Rathaus.

Wer die Perspektive wechseln will, sucht den Anlegepunkt am Kranen auf. Dort legen Touren-Schiffe ab für eine Kurzkreuzfahrt durch den Hafen. Einen ungewohntem Blickwinkel ermöglicht das Schiff, pflügt es im Frühling durch das Wasser, vorbei an zwei Flanken aus Blüten und Grün. Die Uferseiten zu beiden Seiten weben die auftreffende Sonne am Boden zu einem Kontrastspiel zwischen Dunkel und Licht, durchzogen von schwingenden Adern der Spiegelung kleiner Wellen. Auch vorbei zieht man an Klein-Venedig. Einer der vielleicht schönsten Kleinodien in Deutschland zeigt sich in Fachwerk oder mit Schiefer verkleideten Fassaden, mit kunstvoll geschnitzten Balkonen und sogar kleinen Gärten – immer hin zum Wasser.

Wer die Wiege der Wellen scheut, für den gibt es in Bamberg auch Wege zu Fuß.

Auch dort, im Frühling, mitten durch ein Meer aus Blüten. Gegenüber von Klein-Venedig führt ein Weg von der Gastwirtschaft „Schlenkerla“ der Brauerei Heller ab, immer am Ufer entlang in Richtung Erba-Insel und Spinnerei. Wer seinen Blick zum Ufer richtet und aufmerksam bleibt, entdeckt vielleicht den einen oder anderen Baumstumpf, nicht glatt abgesägt, sondern spitz abgebissen. Spuren der Biber, auch diese Tiere nennen die Bamberger Wasserlande ihr Zuhause.

Nun ist bei gutem Wetter also ein Plan gemacht: Dem Wasser folgen, Bamberg entdecken, Sonne genießen, Wellenschlag der Regnitz lauschen. Was aber wenn es regnet, das eher unerfreuliche Nass also auf uns niederkommt? Dafür hat der Bamberger ein Sprichwort: „Wasser schmeckt erst richtig in der Brauerei!“ Will heißen: Die beste Art, Wasser zu genießen, ist in Form eines kühlen Bieres. Bamberg besitzt als Stadt die größte Brauereidichte der Erde, von dunkel bis hell, von herb bis leicht, hier gibt es das goldbraune Hopfen-Wasser in mehr als hundert Variationen. Eine jede lädt zur Einkehr in eine der vielen Gaststuben ein. Nicht nur bei Regen.

Bamberg, das ist mehr als nur Wasser, doch das Wasser ist Teil des Zaubers der Stadt.

Aber am Wasser zu reisen kann Orientierung sein, wenn die Eindrücke zu viel werden um sich zu sortieren. Bamberg, das ist der Bamberger Dom, das sind der ausladende Hain, das sind Fachwerk-Architektur und ruppig-freundlicher Zungenschlag der hier Einheimischen. Bamberg, das ist aber eben auch eine Stadt, die ihren Zauber durch die zwei Flussarme entwickelt, die sie durchfließen.
Nur einen guten Grund gibt es, sich in Bamberg trotz Sonnenschein weit vom Wasser zu entfernen: Man geht auf den Keller!

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