Der Bamberger Reiter, auch „steinerner Reiter“ genannt, ist ein Reiterstandbild im Bamberger Dom, genauer im Ostchor.  Er stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und stellt das erste lebensgroße Reiterstandbild seit der Antike dar. Heute gilt er als bekanntes Wahrzeichen und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Bamberg. 

Erschaffen wurde der Bamberger Reiter vermutlich von einer französischen Künstlergruppe. Aus acht zusammengefügten Granitblöcken wurde die Skulptur an Ort und Stelle geformt. Aufgrund der Standhöhe wirkt die sagenumwobene Figur eher klein. Die Gesamthöhe von den Kufen bis zur Krone beträgt allerdings tatsächlich über zwei Meter. Bis König Ludwig I. im 19. Jh. die Entfernung der Farben veranlasste, erstrahlte die Reiterfigur in kräftigen Tönen. Das Pferd in Weiß mit dunklen Flecken zeigt einen königlichen Apfelschimmel. Der rote Mantel wurde von gold- und silberfarben metallisch glänzenden Elementen verziert und das Haar des Reiters war dunkelbraun bis schwarz.

Doch wer ist der Bamberger Reiter? Über die Identität der Reiterfigur herrschte lange Unwissenheit.

Die Theorien zum sagenumworbenen Bamberger Reiter

  1. Die StaufertheorieHeinrich II. wollte mit Bamberg ein neues Rom errichten. Der waffenlose Reiter soll daher an den einzigen friedlichen Kreuzzug des Friedrich II. erinnern, der König von Jerusalem wurde. Der Bamberger Reiter gilt hier als Symbol der Staufer-Dynastie und verdeutlicht deren Machtanspruch.
  2. Die KönigstheorieDer Bamberger Reiter soll ein Gedenken an König Phillip von Schwaben sein, der 1208 unbewaffnet ermordet wurde. Die Indizien sind vielversprechend: Der Name Phillip ist griechisch für Pferdefreund. Außerdem wurde der König erst im Bamberger Dom beigesetzt, bevor er in den Speyerer Dom umgebettet wurde.
  3. Die HeiligentheorieAm wahrscheinlichsten ist heutzutage die Annahme, dass der Heilige Stephan I. der Bamberger Reiter ist. Vieles spricht für Stephan den Heiligen, erster christlicher König von Ungarn. Er war der Schwager von Heinrich II. Außerdem hatten die Erbauer des 1237 geweihten Doms, die Andechs-Meranier, weit reichende Beziehungen zum ungarischen Herrscherhaus. Die Krone steht für einen Herrscher. Da es keine Kaiserkrone ist, dürfte es sich um einen König handeln und der Baldachin steht darüber hinaus für einen Heiligen. Eine Legende erzählt, dass Stephan bei seinem ersten Besuch in Bamberg direkt in den Dom geritten sein soll und beim blick auf den Hochaltar voller Staunen erstarrte. 

Auch, wenn die Identität des Bamberger Reiters bis heute nicht genau geklärt werden konnte, so weiß man immerhin, dass er bereits bei der Einweihung des zweiten Doms 1237 vorhanden gewesen sein muss, da er mit dem Mauerwerk verzahnt ist. In den 20-er Jahren zierte der Bamberger Reiter einen Hundert-Mark-Schein. Seit 2012 gibt es sogar eine Playmobilfigur von ihm. Der Bamberger Reiter wurde aufgrund seiner großen Bekanntheit sogar als Logo für die Stadt Bamberg gewählt. Seit über 15 Jahren ist die Wort-Bildmarke Bamberg im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes eingetragen.

Begebt euch am Besten gleich selbst auf Entdeckungsreise im Bamberger Dom und schaut euch den Bamberger Reiter persönlich an.

In Zusammenarbeit mit inFranken.de, das Online-Portal für Franken.

Matthias Dresel

Matthias Dresel

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