Verträumt schweift der Blick über die Dächer der Bamberger Stadt. Ein Gebäude veranlasst es, noch einmal genauer hinzuschauen. Das künstlerische Bauwerk mit seinen stolzen vier Türmen sticht aus dem Panorama hervor. Wovon jetzt die Rede ist, ist wohl jedem klar: Der Bamberger Dom. 

Bamberger Dom

Er ist das Wahrzeichen der Stadt und eines der beherrschenden Bauwerke des UNESCO Weltkulturerbes von Bamberg. Hinter dem Kaiserdom verbergen sich geheimnisvolle Traditionen. Ganze drei Mal wurde er neu errichtet. Und mystische Skulpturen schmücken den Außenriss der Kirche. Außerdem befindet sich das Grab des heiliggesprochenen Kaiserpaars und des früheren Papstes im Zentrum des Innenraums.

Die drei Teile der Domgeschichte

Der erste Dom, auch Heinrichsdom genannt, stand bereits im Jahr 1002 durch Kaiser Heinrich II. in Planung. Das 1012 geweihte Bauwerk besaß nur zwei Türme an der Ostfassade, doch mit der Zeit der Gotik kam der Gedanke auf, den neu gebauten Dom durch ein zweites Turmpaar im Westen zu bereichern. Im Inneren war der von Heinrich II. gestiftete Dom doppelchörig und die Ausstattung muss überaus prachtvoll gewesen sein. Wände und Holzdecke waren bemalt,
der Fußboden kunstvoll mit Mosaiken belegt. Heinrich II. war nicht daran gelegen, dem Muster der Kirchenbauten nördlich der Alpen zu folgen. Vielmehr beabsichtigte er, den Petersdom in Rom zu kopieren. Der Dombrand von 1081 zerstörte bedauerlicherweise die kostbare Ausstattung. Nach einem erneuten Brand waren die Schäden von solchem Ausmaß, so dass eine Neuplanung fest stand. 1237 wurde der zweite Dom, Ekbertdom genannt, am Geburtstag von Kaiser Heinrich feierlich eingeweiht. Aufgrund des Wunsches von König Ludwig I., den Dom in den romanischen Stil zurückversetzen zu lassen, wurde der Dom ein weiteres drittes Mal restauriert. Der äußerst verspielte und farbenfrohe Außenriss wurde abgewaschen, so dass der natürliche Stein zum Vorschein kam.

Die Außenansicht des heutigen Doms

Außenansicht

Der heutige Dom St. Georg und St. Peter ist das Werk von Andechs und Meranier, einem begüterten Fürstengeschlecht. Die Außenansicht ist geprägt von den 70 Meter hohen Türmen, die durch den Übergang von der Romanik zur Gotik deutlich in einem Spannungsfeld zu erleben sind. Rund um das Bauwerk haben sich mehrere Pforten angesiedelt. An der Adamspforte am linken Haupteingang, begrüßen Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde, der Heilige Stephanus und der Heilige Petrus den Kirchgänger. Daneben schmückt die Gnadenpforte, auch Marienpforte genannt, den Umriss des Meisterwerks. Um die angeschmiedeten Löwenköpfe rankt sich eine geheimnisvolle Sage. Den Namen „Domkröten“ verdanken die Löwen den Domstufen, welche einst „Domgreden“ genannt wurden. Das Hauptportal des Dom zeigt im Tympanon, dem Bogen über dem Eingang, das „Jüngste Gericht“. Ein zentrales Wahrzeichen ist der Bamberger Reiter, welcher schon seit dem Mittelalter im Bamberger Dom herrscht. Er dient als Symbolfigur des tugendhaften Ritters. Ob er für Kaiser Konstantin, Kaiser Friedrich Barbarossa oder doch Kaiser Heinrich II. steht, dieses Rätsel bleibt ungelöst.

Kaiserliche Tradition

Die Geschichte des Domes begann durch den damaligen Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. Um die Erschaff er des Meisterwerks zu würdigen, wurde das Grab des heilig-gesprochenen Kaiserpaares im Dom platziert. Es wurde von 1499 bis 1513 in der Werkstatt von Tilman Riemenschneider geschaff en. Aufgestellt war es mitten im Dom, was seiner ursprünglichen Bedeutung als Wallfahrtsziel entsprach. Die Kaiserin selbst gilt als eine Legende. So soll sie ihren Mantel über die Stadt ausgebreitet haben, um ihre Stiftung samt Bewohnern vor den Bomben der Alliierten im Zweiten Weltkrieg zu schützen. Das unschein-
bare, trichterförmige Loch am Ostchor des Doms gilt als sogenanntes „Sonnenloch“, durch das die ehrenwürdige Kunigunde ihren Segen an die Stadt verbreiten konnte. wurden nach dem Ehepaar benannt.

Zahlen und Fakten

Höhe der Türme: ca. 70m

Länge des Bauwerks: ca. 75m Domgründer Kaiser Heinrich II.

Architekt: Andechs und Meranier

Weltkulturerbe seit 1993

In Zusammenarbeit mit inFranken.de, das Online-Portal für Franken.

Bianca Eberle

Bianca Eberle

Bamberg ist mehr als eine Stadt. Bamberg ist ein Lebensgefühl.

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